Eifel Motorradtour: Marienfahrt in der Eifel

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Osteifel
Burg Cochem (Foto: www.thomashendele.de)

Diese Eifel Motorradtour führt Euch an ausgewählen Klöstern bzw. Abteien sowie Burgen in der Eifel und im Hunsrück entlang und kann somit als eine Thementour angesehen werden. Sogar zwei Wasserfälle befinden sich fußläufig in der Nähe.

Wir starten hierzu unsere Tour am Mitfahrerparkplatz an der Auf- / Abfahrt der A61 bei Wehr (Ausfahrt Wehr, Kempenich, Nürburgring …).

Von hier aus fahren wir rechts auf die Landstraße in Richtung des Ortes Bell,

Richtung Bell

… wobei wir an der Einmündung links abbiegen …

Hinab an den Laacher See

… und so hinab zum Laacher See bzw. zur Benediktinerabtei Maria Laach fahren.

Abtei Maria Laach (Bild einer früheren Wanderung)

Die hochmittelalterliche Klosteranlage Maria Laach (lateinisch „Abbatia Mariae Lacensis“ oder „Abbatia Mariae ad Lacum“ oder „Abbatia Lacensis“) ist an der Südwestseite des Laacher Sees gelegen [Quelle].

Laacher See mit Abtei (Bild von einer früheren Ausfahrt)

Sie wurde als Abbatia ad Lacum, lateinisch für „Abtei am See“, später auch Abbatia Lacensis „die zum See / Laach gehörende Abtei“ zwischen 1093 und 1216 als Stiftung Derer von Laach erbaut.
Ihren heutigen Namen erhielt sie im Jahre 1863 [Quelle].

Die Fahrt führt uns – vorbei am LavaDome – …

Lava Dome

… durch Mendig, rechts nach Thür und dort links nach Trimbs, wobei wir hinter dem Ort die Serpentinen hinauf nach Polch fahren.

Richtung Trimbs

Über Mertloch und Naunheim geht die Fahrt nach Pillig und letztlich hinab zur Burg Pyrmont

Wasserfall links und Burg voraus

… und dem ersten „Wasserfall“ der Tour dort, dem Elzbachwasserfall.

Wir fahren weiter nach Roes und hier auf Höhe des Ortes links in Richtung Brachtendorf.

Unterwegs zur Schwanenkirche

Nach kurzem Wegstück sehen wir links die Schwanenkirche auftauchen.

Parkplatz an der Schwanenkirche

Die um 1473 als Halle mit drei Schiffen errichtete Kirche wurde 1944 bei einem Luftangriff völlig zerstört. Bauherren waren die Brüder Friedrich zu Pirmont und Erenberg. Der Neubau von 1950/52 stammt von Karl Peter Böhr aus Mayen (u. a. Dombaumeister der Hohen Domkirche zu Trier). Die moderne Architektur des Innenraums wird von großen Spitzbögen geprägt, die auf die Gotik zurückverweisen [Quelle].

Schwanenkirche

Der 1544 bezeugte Name der Kirche wird von der Sage so erklärt: Der Erbauer der Kirche sei in die Gefangenschaft der Heiden geraten, habe sich an die Muttergottes gewandt und geträumt, er werde von einem Schwan in die Heimat getragen. Bei Erwachen fand er sich tatsächlich an der Stelle der Schwanenkirche, die er daraufhin zur Ehre der Muttergottes erbauen ließ [Quelle].

Schwanenkirche

Anschließend geht es über Brachtendorf nach Zettingen, hier links nach Bettingen und letztlich hinab an die Mosel bei Treis-Karden.

Hinab an die Mosel

Hier fahren wir über die Brücke von Karden nach Treis

Kurz vor der Brücke zwischen Karden und Treis

… und folgen der Beschilderung zum Kloster Maria Engelport.

Richtung Engelport

So werden wir nun sehr kurvenreich vorbei an der Burg Treis und der Wildburgparallel zum Flaumbach – in die Höhe geführt, bis wir den Parkplatz des Klosters erreichen.

Parkplatz am Kloster

Das Kloster wurde um 1220 durch den Ritter Emelrich von Monreal gestiftet und von Zisterzienserinnen aus dem Kloster Kumbd besiedelt. Aufgrund mangelhafter wirtschaftlicher Unterstützung durch die Gründerfamilie wurde das Kloster schon bald wieder aufgegeben. Eine zweite Gründung erfolgte 1262 durch Philipp von Wildenburg und seiner Frau Irmgard von Braunshorn. Das Ehepaar besiedelte die Neugründung mit drei ihrer Töchter und anderen Dominikanerinnen aus einem Ardennenkloster. Diese wechselten am 28. August 1272 zum Prämonstratenserorden über und wurden am 2. Oktober 1275 der Aufsicht des Abtes von Kloster Sayn unterstellt. Von dort hielt sich mit einer kurzen Ausnahme  ständig ein Prior und zeitweise zusätzlich ein Kaplan in Engelport auf [Quelle].

Kloster Maria Engelport

Im Dreißigjährigen Krieg setzten schwedische Truppen Kloster Engelport in Brand und beschädigten es schwer. Ab 1641 ließ Meisterin Elisabeth von Metzenhausen die Wohn- und Wirtschaftsgebäude notdürftig wiederherrichten, bevor die Klosteranlage in den 1660er Jahren neu aufgebaut wurde. Kirche und Kreuzgang waren nicht zerstört worden [Quelle].

Kloster Engelport

Bis zur Besetzung durch französische Revolutionstruppen am 4. Oktober 1794 bzw. zur Aufhebung am 25. Juli 1802 befanden sich fast stets bis zu 25 Chorfrauen im Kloster Maria Engelport. Erst 1818 fanden sich Käufer für das säkularisierte Kloster. Kirche und Konventsgebäude wurden weitgehend abgerissen und ein Teil weiterhin von den Besitzern und Pächtern bewohnt, die es bis zum Verkauf im Jahre 1903 als landwirtschaftliches Gut nutzten [Quelle].

Am Kloster

Maria Engelport ist ein Wallfahrtsort, an dem die Muttergottes und ihre Mutter, die heilige Anna, verehrt werden. Außerdem gibt es eine Reliquie des heiligen Bischofs und Ordensgründers Eugen von Mazenod [Quelle].

Am Kloster

Wir setzen unsere Fahrt fort und fahren am Kloster vorbei.

Die Fahrt geht weiter

An der nächsten Abbiegung halten wir uns rechts und wenig später erneut rechts, so dass wir kurvenreicher wieder hinab an die Mosel bei Brüttig-Fankel fahren.

Hinab an die Mosel

Wir wechseln die Uferseite und fahren über Ernst nach Ebernach, wobei wir im letztgenannten Ort das links von uns gelegene gleichnamige Kloster Ebernach passieren.

Das Kloster wurde im Jahr 1130 als Propstei des Benediktinerklosters Laach (heute: Maria Laach) gegründet und gehört seit 1887 zu den Einrichtungen der  1862 gegründeten Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz [Quelle].

Blick auf die Reichsburg Cochem

Wir passieren die oberhalb von uns gelegene Reichsburg Cochemwelche mächtig über der Mosel aufragt – …

Reichsburg Cochem (Bild von einem früheren Besuch)

… und fahren wenig später kurvenreich hinauf nach Landkern.

Richtung Landkern

Unser nächstes Ziel befindet sich in der Nähe von Kaisersesch: das Kloster Maria Martental.

Kloster Maria Martental

Vermutlich um 1141 wurde Maria Mendartental (Martyldal) vom Augustinerchorherrenstift Springiersbach aus gegründet. Bezeugt sind dort zunächst Chorherren, die 1141 von Erzbischof Arnold I. einen Berg beim nahen Cochem-Sehl geschenkt bekamen. Der römisch-deutsche König Konrad III. bzw. Papst Eugen III. bestätigten Springiersbach später seinen Besitz im valle martirum. Seit 1212 sind nur noch Augustinerinnen in Martental nachgewiesen [Quelle].

Hinab zur Wallfahrtskirche

Wohl ihr recht ansehnlicher Besitz veranlasste Papst Bonifaz VIII., sie unter den besonderen Schutz des Kastorstifts in Karden zu stellen. Das Frauenstift erlangte keine größere Bedeutung. 1515 lebten dort nur noch zwei Chorfrauen. 1523 wurde das Stift daher von Papst Clemens VII. aufgehoben. Daraufhin zog Springiersbach eigenmächtig dessen Besitz ein, musste sich aber 1541 zum Lesen mehrerer Wochenmessen in Martental verpflichten. Die dortige Kapelle der 10.000 Märtyrer, die 1817 einstürzte, wurde zum Ziel einer Wallfahrt [Quelle].

Wallfahrtskirche

Der Redemptoristenpater Josef Tillmann kaufte 1905 das Grundstück und errichtete 1908 ein Klostergebäude mit Hauskapelle. Hier stellte er das alte Gnadenbild, eine Pietà, wieder auf. Er hatte sich die seelsorgerische Betreuung der örtlichen Bevölkerung zum Ziel gesetzt und bewirtschaftete das Anwesen mit einigen Laienbrüdern. Er gründete in Martental die Gesellschaft der göttlichen Liebe. Als er 1918 starb, erhielten die Laienbrüder den klösterlichen Charakter der Anlage. 1927 übernahm die Priesterbruderschaft Herz-Jesu-Priester aus Sittard das Kloster. Sie erbauten 1934 eine neue Wallfahrtskirche. 1941 bis 1945 wurde die Anlage als Landdiensthof der Hitlerjugend zweckentfremdet. Die Herz-Jesu-Priester bauten das Kloster nach dem Krieg wieder auf. 1960 wurde die neue Kirche geweiht und 1973/74 erweitert. Die Wallfahrtsstätte, die am 15. September das Fest der Sieben Schmerzen Mariens als Patronatsfest mit einer Festwoche begeht, erfreut sich nach wie vor regen Zulaufs [Quelle].

Fußweg zum Wasserfall

Wir steigen vom Motorrad ab und gehen einen kleinen Fußweg von ca. 500 Metern an der Wallfahrtskirche in den Wald hinein, um den zweiten Wasserfall der Tour zu besuchen: die Rausch.

Wasserfall die Rausch

Der als „tosend“ beworbene Wasserfall im Enderttal stürzt sieben Meter tief in den Talkessel

Auf dem Kreuzweg

Natürlich geht es auf gleichem Wege wieder die ca. 500 Meter zurück.

Zurück zum Motorrad

Also ein wenig „die Beine vertreten“.

Anschließend fahren wir wieder zurück und vorbei am eigentlichen Kloster auf die Landstraße und biegen hier rechts ab.

Wieder zurück

So gelangen wir auf die B259, fahren hier rechts und passieren den links von uns liegenden Fliegerhorst Büchel.

Richtung Büchel

Büchel gilt als der einzige Standort in Deutschland, an dem noch US-Atomwaffen gelagert werden. Die deutsche Luftwaffe bildet hier im Rahmen der innerhalb der NATO vereinbarten nuklearen Teilhabe Jagdbomberpiloten für den Einsatz mit dieser taktischen Atomwaffe aus, um dann mit Bundeswehr-Tornados die Atombomben ins Zielgebiet zu fliegen und abzuwerfen.
Die deponierten Atomwaffen müssen im Kriegsfall vom Präsidenten der Vereinigten Staaten freigegeben werden. Sie unterstehen der US Air Force und der 139 Mann starken 702. Munition Support Squadron (702 MUNSS) der 38. Munitions Maintenance Group (38 MUNG). Diese US-Einheit ist verantwortlich für Verwahrung, Bewachung, Wartung und Freigabe des Waffenvorrats der höchsten Sicherheitskategorie. Die deutsche Luftwaffe unterstützt die US-Einheit mit der Luftwaffensicherungsstaffel „S“ [Quelle].

Zur Abtei Waldfrieden

In Höhe Auderath machen wir einen kurzen Abstecher zum rechts von uns gelegenen und von hier nur zu erahnenden Kloster Waldfrieden.

Abtei Waldfrieden

Im August 1953 zogen Karmelitinnen in das „Haus Waldfrieden“ ein. Sie kamen von Kordel (bei Trier), wo die Gemeinschaft 1922 vom Karmel Luxemburg gegründet worden war.
Der Lauf der Zeit geht auch am Karmel nicht spurlos vorüber. Die Anzahl der Schwestern nimmt ab, Neuzugänge gibt es schon länger nicht mehr.
Der Orden „unserer Lieben Frau vom Berge Karmel“, zu dem die Schwestern gehören, entstand im 12. Jahrhundert, als sich Einsiedler auf dem Karmelgebirge in Israel zu einer Gemeinschaft zusammenschlossen. Von den Sarazenen vertrieben, übersiedelten die Karmeliten nach Europa, und der Orden verbreitete sich schnell. Im 15. Jahrhundert gliederten sich Frau­engemeinschaften an, die nach der Spiritualität der Karmeliten leben wollten. Die hl. Teresa von Avila, die im 16. Jahrhundert den Orden reformierte, ist die bekannteste Vertreterin [Quelle].

Richtung Ulmen

Anschließend geht es weiter nach Ulmen, wobei wir an diesem Tag die Burgruine „rechts liegen lassen“.

Über Berenbach fahren wir wenig später rechts nach Horperath und weiter über Gunderath und Uersfeld nach Lirstal.

Richtung Monreal

Landschaftlich interessant passieren wir Oberelz, Bermel und Niederelz, bis wir schließlich nach Monreal gelangen und hier vorsichtig links in den Ort abbiegen.

Löwenburg Monreal (Bild eines früheren Besuches)

Mit Blick auf die Burgruinen Philipsburg und Löwenburg geht es weiter nach Mayen.

Im Ort selbst begeben wir uns in das Nettetal und fahren an einem ehemaligen Kloster vorbei: Kloster Helgoland.

Pause im Nettetal

Das Kloster Helgoland war ein Haus der Franziskanerinnen von der Heiligen Familie. Es wurde zunächst als Mutterhaus gegründet, nachdem die Gemeinschaft 1921 aus Belgien ausgewiesen worden war. Nahe Mayen in der Eifel übernahmen die Schwestern das Gebäude des Restaurants „Helgoland“. Viele Lokale der Kaiserzeit führten damals den Namen der Insel, die ein Objekt nationaler Begeisterung war. Ende 2010 wurde das Kloster Helgoland geschlossen, weil dem Orden der Nachwuchs fehlte und die jüngste der letzten Schwestern bereits 70 Jahre alt war [Quelle].

Nach einiger Zeit passieren wir das links von uns auftauchende Schloss Bürresheim

Höhe Schloss Bürresheim

Das Schloss Bürresheim steht nordwestlich von Mayen auf einem Felssporn im Nettetal. Gemeinsam mit Burg Eltz und der Burg Lissingen ist es eine der wenigen Anlagen in der Eifel, die niemals erobert oder verwüstet wurden und die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die gesellschaftlichen Umbrüche der Französischen Revolution unversehrt überstehen konnten [Quelle].

… und fahren wenig später den Weg rechts hinauf nach Ettringen.

Hinauf nach Ettringen

Oben angekommen halten wir uns links, …

Zwischen Ettringen und Bell

… passieren die rechts sichtbaren Ettringer Höhlen

Ettringer Höhlen (Bild einer früheren Ausfahrt)

… und fahren kurvenreicher nach Bell, so dass wir hernach wieder an unseren Ausgangspunkt der Tour gelangen.

Den Track zur Tour findet Ihr wie gehabt bei outdooractive.

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