Eifel Motorradtour: Kleiner Grenzverkehr in der Vor- und Osteifel

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Osteifel
Foto Ⓒ Thomas Hendele Fotografie, www.thomashendele.de

Diese rund 100 km lange Tour führt Euch durch die Voreifel und Teile der Osteifel, wobei hierbei mehrfach die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen passiert wird. So war der Titel für diese Tour auch schnell gefunden…

Wir starten die Aufzeichnung des Tracks an der A61 bei der Abfahrt Rheinbach in NRW und nutzen die Umgehungsstraße um den Ort selbst.

Durch Rheinbach führte übrigens eine etwa 80 n. Chr. erbaute römische Wasserleitung (Römerkanal) aus der Eifel nach Köln.
Teile dieser Wasserleitung können in Rheinbach selbst auch noch angeschaut werden.

Wir folgen der Stadtumgehung bis in den Wald hinein und biegen hier rechts ab, um kurze Zeit später am Gut Waldau erneut rechts zu fahren und somit nach Flamersheim zu gelangen.

Dabei passieren wir die kurz vor dem letztgenannten Ort rechts gelegene Wasserburg Ringsheim.

An der Steinbachtalsperre

Über Flamersheim geht es nach Kirchheim, wobei wir hier dem leicht zu übersehenden Hinweisschild zur Steinbachtalsperre folgen.

Die Talsperre wurde auf Druck der Euskirchener Tuchindustrie gebaut, die gegen Ende der 1920er Jahre ihren Wasserbedarf aus den natürlichen Bachläufen nicht mehr decken konnte. Beklagt wurde einerseits die Wasserqualität, die durch Einleitungen aus dem Mechernicher Bleibergbau stark beeinträchtigt war. Andererseits reichte die Menge des verfügbaren Wassers nicht mehr aus, das zum Antrieb der Turbinen und als Prozesswasser genutzt wurde. Zur Durchführung des Baus und des laufenden Betriebs wurde 1933 der Zweckverband Steinbachtalsperre gegründet. Im Februar 1934 begannen die Bauarbeiten. Die erste Wasserentnahme erfolgte im Laufe des Jahres 1935. Für den Transport des Wassers baute man eine gusseiserne Rohrleitung von insgesamt 16 km Länge inklusive aller Verzweigungen in das Stadtgebiet Euskirchen und nach Kuchenheim.
Der im Wald gelegene, bis zu 17,4 m tiefe See ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet.
Das Absperrbauwerk der Talsperre ist ein Staudamm (Quelle).

Nach einer kurzen „Foto-Rast“ steht nun der zweite Wegpunkt auf der Liste: der Astropeiler Stockert.

Es geht über Arloff und Iversheim (vorbei am rechtzeitig angekündigten Hinweis zum Parkplatz der römischen Kalkbrennerei) weiter nach Eschweiler, wobei es hier mit geschwungenen, weitläufigen Kurven in die Höhe geht.

Die Sonne scheint, die Landschaft steht in voller Pracht: da geht einem das Herz auf.

Am Ortsausgang von Eschweiler biegen wir links ab, um am Golfplatz entlang den anvisierten Wegpunkt zu erreichen.

Astropeiler Stockert

Über eine schmalere Straße geht es nun hinauf und auf das Gelände selbst.

Auf dem Stockert wurde 1955 bis 1956 mit dem Astropeiler Stockert (auch Radio-Sternwarte Stockert genannt) Deutschlands erstes Radioteleskop errichtet. Es wurde am 17. September 1956 eingeweiht.
Der Teleskopspiegel hat 25 m Durchmesser und wiegt 90 Tonnen.

Bis 1993 nutzten die Universität Bonn und das Max-Planck-Institut für Radioastronomie die Anlage, ab 1979 nicht mehr zu Forschungszwecken, sondern zur Ausbildung von Studenten.
Seit 1999 steht die Anlage als Industriedenkmal unter Denkmalschutz. Eigentümer ist seit 2005 die NRW-Stiftung. Betreut wird die Anlage von einem örtlichen Förderverein (Quelle).

Wir fahren anschließend die Zufahrtsstraße wieder bis kurz vor Eschweiler hinab, begeistert von der Weitsicht…

Nunmehr geht es links in Richtung Weiler am Berge weiter, wobei wir einfach noch einmal anhalten müssen, um die Weitsicht auch von hier zu genießen.

Zwischen Eschweiler und Weiler am Berg

Nachdem wir Weiler a.B. erreicht haben, biegen wir im Ort vorsichtig links ab, um anschließend über Holzheim und Nöthen hinab nach Bad Münstereifel zu fahren.

Apropos „Nöthen“… hierzu gibt es einen kleineren Kalauer, der in dieser Ecke der Eifel bekannt ist und den wir Euch nicht vorenthalten möchten: Demnach stand in „Nöthen“ die erste Telefonzelle in der Geschichte der Menschheit. Sie wurde schon in der Bibel erwähnt… frei übersetzt „wenn Du in Nöt(h)en bist, so rufe mich an …“. 😉

In Bad Münstereifel angekommen, halten wir uns am Kreisel Ortsende rechts, um anschließend durch Eicherscheid und Schönau nach Esch zu fahren.

Kurz vor Erreichen des letztgenannten Ortes fahren wir am Kreisel die zweite Ausfahrt heraus, um so nach Mahlberg zu gelangen.

Kurze Zeit später geht es rechts nach Reckerscheid. Zeit für eine weitere Rast…

Nähe Reckerscheid

Über Soller, Hummerzheim fahrend biegen wir wenig später links nach Odesheim ab.

Genau an dieser Ecke findet sich ein schönes Plätzchen mit Aussicht und Bank zum Innehalten.

Kurz vor Odesheim

Oberhalb bei Sierscheid am FriedhofÜber Rupperath mit seinem Handwebmuseum fahren wir über Harscheid nach Sierscheid und machen den nächsten Fotostopp, um für Euch die Eindrücke der Landschaft einzufangen.

Zwischen Rupperath und Harscheid wechseln wir zudem wieder das Bundesland: wir befinden uns nun in Rheinland-Pfalz.

Zwischen Sierscheid und Insul

Es geht nun in mehreren Kehren hinab nach Insul, links nach Dümpelfeld und anschließend weiter links entlang der Bundesstraße 258 nach Altenahr, wobei wir nach dem Tunnel die Schleife nach Kreuzberg einleiten.

Blick auf die Burg Kreuzberg

Kreuzberg wurde als Cruceberg urkundlich erstmals 893 im Prümer Urbar erwähnt. Um 1100 kam die Siedlung an die Grafen von Are, die auf dem Kreuzberg ein erstes Wohnhaus für einen ihrer Verwalter erbauen ließen. Erzbischof Konrad von Are-Hochstaden belehnte Kuno von Vischenich (…) mit Kreuzberg und gestattete ihm, auf dem Berg eine feste Burg zu errichten, deren Bau er finanziell unterstützte.
Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Kellerräume der Burg der örtlichen Bevölkerung als Luftschutzkeller. Die Anlage selbst überstand die Wirren des Krieges unzerstört.
Seit 1820 ist die Burg Wohnsitz der Familie von Boeselager und damit die einzige bewohnte Burg im Ahrtal.
Der Privatbesitz ist − mit Ausnahme der Burgkapelle − nicht für die Öffentlichkeit zugänglich (Quelle).

Für ein kurzes Wegstück geht es jetzt in das Sahrbachtal hinein.

Auf diesem Wege würdet Ihr auch das Radioteleskop Effelsberg erreichen.

Wir fahren jedoch rechts hinauf, um die Serpentinen nach Krälingen hinauf zu genießen.

Blick auf Unter-Krälingen

Hierbei befinden wir uns bereits in unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze NRW, werden aber zunächst noch in RLP verbleiben.

Über Freisheim geht es nun nach Berg und weiter in grobe Richtung Rheinbach.

Kurz hinter Berg wechseln wir nun letztmalig das Bundesland und befinden uns wieder in NRW.

Zwischen Berg und Hilberath

An der Einmündung biegen wir rechts ab und halten für ein letztes Foto zur Tour in Hilberath selbst noch einmal an.

Hilberath – Tor zur Eifel

Genau gegenüber dieser Informationstafel geht es anschließend durch ein Waldstück mit anschließendem Blick auf das Siebengebirge auf der anderen Rheinseite in der Ferne nach Altendorf, wobei die Auffahrt auf die A61 nun nicht mehr weit entfernt ist.

Den Track zur Tour, eine Übersichtskarte und weitere Informationen findet Ihr wie gehabt bei Outdooractive.

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