Eifel Motorradtour: Von Rittern und Märchen

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Osteifel / Vulkaneifel
Mittelaltermarkt, Foto Ⓒ Thomas Hendele Fotografie, www.thomashendele.de

Ist Euch nach Mittelalter zumute? Dann haben wir heute genau die richtige Motorradtour für euch… Diese Tour führt euch nach Ulmen zum Mittelaltermarkt, der in diesem Jahr am letzten Juni-Wochenende (29. & 30. Juni 2019) stattfindet. Die Rückfahrt führt euch zum Märchenfest auf dem Gelände von Schloß Bürresheim, das in diesem Jahr am 23. Juni 2019 stattfindet.

Wir starten in Remagen am Bahnhof und fahren über die Bundesstraße 9 in grobe Richtung Koblenz.

In Brohl-Lützing angekommen fahren wir direkt rechts in den Ort hinein, …

Am Brunnen in Brohl-Lützing

… passieren die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und machen einen kleinen Abstecher hinauf zur Burg Brohleck.

Burg Brohleck

Bei der Burg Brohleck – sie wird aber auch Schloss Brohleck oder Augustaburg genannt – handelt es sich um einen villenartigen Schlossbau am Rhein aus dem Jahr 1891.

Statue am Schloss (Bild einer früheren Wanderung)

1325 trug Johann Burggraf von Rheineck das castrum oder fortalitium Brule (Brohl), das bisher sein Eigenbesitz war, dem Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg zu Lehen auf. 
Von Theodor Hochkeppel (seit 1862) kam die Burg an die Geschwister von Schell und von diesen 1888 an J. B. Michiels, der das Burghaus umbaute und vergrößerte. Die Familie Michiels verpachtete das Haus dann als Knabenpensionat (Quelle).

Blick hinab zum Rhein

1938 gehörte die Burg einer Münchner Bank und diente als Reichsführinnenschule des Reichsarbeitsdienstes (RAD). Im April 1942 wurden hier etwa 100 jüdische Bürger des Kreises Ahrweiler bis zu ihrem Abtransport in die KZs untergebracht.
Ab den 1950er-Jahren wohnten mehrere Brohler Familien in Mietwohnungen in dem Gebäude.
Seit den 1970er-Jahren wurde die Burg sich selbst überlassen und nun vom derzeitigen Besitzer renoviert.
Der Ostflügel des Hauses enthält noch wenige Reste der Burganlage. Auf dem Vorplatz lag der Grabstein des Bertram von Metternich (gest. 1639), kurkölnischer Amtmann zu Andernach (Quelle wie vor).

Schweppenburg im Brohltal

Die Tour führt uns nun in das Brohltal hinein, wobei wir an der Schweppenburg vorbeifahren.

Schloss Schweppenburg wird als Burg bereits 1365 erstmals erwähnt. Zusammen mit der heute noch arbeitenden Schweppenburger- oder Mosenmühle gerät sie als kurkölnisches Lehen im Jahre 1377 in den Besitz des Andernacher Schöffen Arnold von Schweppenburg. Sie erhielt ihre heutige Gestalt im Stil des Barocks durch einen Umbau in den Jahren 1637 bis 1639 unter Bertram von Metternich. Die alte wehrhafte Burganlage, die bis dahin noch als Wirtschaftsgebäude gedient hatte, ist im Jahr 1785 niedergelegt worden. Seit 1716 befindet sich das Schloss durch Kaufvertrag im Besitz eines Zweiges der Kölner Patrizier-Familie von Geyr (in Köln auch Gir), der sich dann nach der Burg Geyr von Schweppenburg nannte (Quelle).

Am Jägerheim biegen wir links ab und fahren durch Wassenach hindurch, wodurch wir alsbald an den Laacher See und die Abtei Maria Laach gelangen.

Laacher See mit Abtei Maria Laach

Der ovale See ist mit rund 3,3 km² der größte See in Rheinland-Pfalz und weist eine Tiefe von 51 m auf.
Der letzte Ausbruch des Vulkans fand etwa im Jahr 10.930 v. Chr. statt.
Die Abtei Maria Laach ist eine hochmittelalterliche Klosteranlage – zwischen 1093 und 1216 als Stiftung Heinrichs II. von Laach und seiner Frau Adelheid erbaut (Quelle und Quelle).

Weiter geht es auf der B258 an Mayen vorbei und mit einem Schlenker nach Monreal.

Hier bitte beim Nachfahren des Tracks darauf achten, dass auf der Hin- aber auch der Rückfahrt ein sehr kurzes Wegstück gemeinsam genutzt wird. Dies könnte zur Verwirrung führen.

Monreal – Löwenburg

Die weitere Fahrt führt uns über Niederelz an Bermel vorbei …

Unterwegs nach Ulmen

… und über Oberelz, Kaperich und Höchstberg nach Ulmen, wo wir den Weg hinauf zur Burg suchen.

Mittelaltermarkt 2018

Die Ulmener Burgen sind die in Ulmen in der Eifel befindlichen Ruinen einer einst aus Ober- und Niederburg bestehenden Burganlage.
Die Oberburg wurde an einem Hang oberhalb des Ulmener Maares errichtet, während die Niederburg (auch Unterburg genannt) zwar benachbart aber unterhalb davon lag (Quelle).

Einer der Stände auf dem Markt 2018

Wir nähern uns dem ehemaligen inneren Bereich der Burg, schauen jedoch hierbei rechts hinab auf das Ulmener Maar.

Ulmener Maar

Der See ist bis zu 37 Meter tief und wird von einem durchschnittlich 20 Meter hohen Wall aus Tuffgestein, das sich aus dem Auswurf des einstigen Vulkans gebildet hat, umschlossen.
Das Ulmener Maar gilt als das jüngste der Eifel-Maare, es ist erst nach dem Ausbruch des Laacher-See-Vulkans entstanden. Datierungen mittels Warvenchronologie ergaben ein Alter von 11.000 Jahren.
Viele Geschichten und Sagen ranken sich um das Maar, die sich zumeist auf die Ritter der darüber thronenden Burg beziehen. Eine der bekanntesten ist die vom Riesenfisch im Maar. Es heißt, dass jedes Mal, wenn er gesehen wurde, einer der Burgherren starb (Quelle).

Die Musikgruppe Irregang

Nach einem kurzen Snack geht es jetzt wieder zurück zum Motorrad, um die Fahrt zum nächsten Ort anzusteuern.

Ein letzter Blick

Wir fahren den kurzen Abstecher zurück, setzen dann aber die Fahrt nach Berenbach fort, um anschließend über Hörschhausen, Uess nach Mosbruch zu fahren.

Wir erreichen Kelberg und fahren rechts über Boos nach Kürrenberg.

Pause Nähe Kürrenberg

Kurz nach Kürrenberg erreichen wir das Eingangs dieses Berichtes beschriebene, gemeinsam genutzte, kurze Teilstück.

Hier halten wir uns in Richtung Mayen, wo wir aufgrund einer Dauerbaustelle mit einem Schlenker zum Schloss Bürresheim weiterfahren.

Auch wenn das Märchenfest eher etwas für Eltern und ihre Kinder ist. Wo wir schon einmal hier sind … denn: ein Teilbereich des Gartens kann begangen werden.

An der Kasse vorbei

Das Schloss Bürresheim steht nordwestlich von Mayen auf einem Felssporn im Nettetal.
Gemeinsam mit Burg Eltz und der Burg Lissingen ist es eine der wenigen Anlagen in der Eifel, die niemals erobert oder verwüstet wurden und die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die gesellschaftlichen Umbrüche der Französischen Revolution unversehrt überstehen konnten (Quelle).

Blick vom Garten aus

Erbaut im 12. Jahrhundert wurde Bürresheim mit seinen damaligen Besitzern, den Edelfreien Eberhard und Mettfried „de Burgenesem“, erstmals 1157 erwähnt (Quelle wie vor).

Auf dem Weg aus der Burg

Die als geschlossenes Ganzes erscheinende Anlage erhielt ihre heutige Gestalt erst ab dem 15. Jahrhundert. Zuvor handelte es sich um zwei völlig eigenständige, nicht zusammenhängende und unterschiedlich große Teilanlagen, denen lediglich der romanische Bergfried aus dem 12. Jahrhundert gemein war.
Einst war Schloss Bürresheim durch Ringmauern und zwei Halsgräben gesichert. Letztere sind heutzutage zugeschüttet, und von den Ringmauern sind nur noch wenige Reste erhalten (Quelle wie vor).

Aufführung im Garten

Nach dem Rundgang, einer Waffel mit Kirschen und einem Kaffee, gehen wir wieder zurück zum Motorrad.

Ein letzter Blick zurück

Über das Hotel Forsthaus – Riedener Mühle –  (Mitglied des Routenteam Eifel-Motorrad) fahren wir nach Volkesfeld und über Wabern und Weibern vorbei nach Kempenich.

Blick von Volkesfeld nach Wabern

Vorbei an Spessart (hier findet Ihr das Hotel und Landgasthof Zum Bockshahn; ebenfalls Mitglied im Routenteam) geht es nach Ramersbach, wobei wir vorher eine letzte Pause einlegen.

Blick hinab in Richtung Rheintal

Im Anschluß fahren wir hinab nach Bad Neuenahr – Ahrweiler und gelangen hier zur A61.

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Den Track zur Tour, eine Übersichtskarte und weitere Angaben findet Ihr – wie immer – bei Outdooractive.

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