Ausflugstipp: Terra Vulcania in Mayen

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Allgemein / Impressionen
Basaltgestein (Foto: Unsplash)

Die meisten Motorräder schlummern noch… #winterschlaf. Daher heute ein Ausflugstipp: das TERRA VULCANIA in Mayen.

Vor dem Gelände

Grundsätzlich von etwa Mitte März bis Anfang November kann dieses Erlebniszentrum des Vulkanparks besucht werden.
Bezüglich der genauen Öffnungszeiten und auch Eintrittspreise verweisen wir auf die Website mit diesen und weiteren Angaben.

Die nachfolgenden textlichen Beschreibungen entstammen der Wikipedia:

Ausstellungsraum

Das Museum Terra Vulcania in Mayen thematisiert die Basaltabbaugeschichte seit der Jungsteinzeit. Es liegt mit einem dazugehörigen Informationscenter am Rande des Mayener Grubenfeldes und ist eines von insgesamt sechs musealen Einrichtungen des Vulkanparks.

Mitmachstation

Die Ausstellung verläuft über zwei miteinander verbundene Etagen und befasst sich mit der Steinabbaugeschichte der vergangenen 7000 Jahre. Es werden Abbau- und Transportmethoden verschiedener Epochen erläutert, die anhand interaktiver Stationen vom Besucher ausprobiert werden können. Die Fertigung der Produkte in einzelnen Fertigungsschritten, die Produktpalette der Reibsteine, Mühlsteine und Bausteine sowie Handel und Wirtschaftsbeziehungen werden vorgestellt. Der soziale Rahmen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter im Steinbruch und deren Familien sind ebenfalls Thema der Ausstellung. Es wird auf den Ablauf des Arbeitstages, die Bezahlung und Organisationen der Arbeiter in Zünften und Bruderschaften eingegangen.

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Ein weiterer Bereich der Ausstellung befasst sich mit der Flora und Fauna, die sich in den alten Steinbrüchen angesiedelt hat.
Ein Kino, das von beiden Ausstellungsebenen einsehbar ist, zeigt den Film „SteinZeiten“, eine Mischung aus Daumenkino, Zeichentrick-Film, realistischen Aufnahmen und Computer-Animationen. Der Film zeigt, wie der Mensch sich die vulkanischen Ablagerungen zu Nutze machte und die Landschaft durch den Steinabbau immer wieder veränderte.

Im Erlebniszentrum

Direkt angrenzend an die Ausstellung befindet sich der Zugang zum Naturschutzgebiet Mayener Grubenfeld, einem Landschaftsdenkmal des Vulkanparks. Die in der Ausstellung vermittelte Vulkan- und Abbaulandschaft mit verschiedenen Abbaumethoden kann hier besichtigt werden.

Hinweistafel zum Naturschutzgroßprojekt

Das Mayener Grubenfeld ist ein ehemaliges Abbaugebiet für Basaltgestein.

Grubenfeld

Seit mehr als 7000 Jahren, von der Jungsteinzeit bis in die Neuzeit, wurde hier das harte und poröse Gestein vornehmlich zur Herstellung von Reib- und Mühlsteinen aber auch als Werkstein und als Baustoff gewonnen. Im Grubenfeld wurden hierfür mehrere offene Steinbrüche sowie zahlreiche Schächte und untertägige Stollen aufgefahren.

Wegeschild

Seitdem auch die übertägigen Steinbrüche in den 1970er-Jahren wegen Unwirtschaftlichkeit den Betrieb eingestellt haben, hat die Natur das Gelände zurückerobert – es ist heute von Vegetation überwuchert, und es haben sich mehrere Seen gebildet. So bietet das Grubenfeld zahlreichen, teilweise bedrohten Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum. Bedeutsam ist das Gelände mit seinen zahlreichen großen und kleinen Höhlen insbesondere als Überwinterungs- und Schwarmquartier für Fledermäuse.

Neben einem Höhleneingang

Die Basaltvorkommen bei Mayen entstanden vor etwa 140.000 bis 200.000 Jahren, im Quartär, durch Ausbrüche der Bellerberg-Vulkangruppe. Damals ergoss sich zähflüssige Magma in mindestens drei großflächigen Lavaströmen vom Vulkan ins Tal der Nette. Der Mayener Lavastrom hatte eine Länge von etwa 2,5 und eine Breite von durchschnittlich 1,2 Kilometern. Mit Abkühlung erstarrte die Lava zu Basaltgestein und überlagerte als Decke die darunterliegenden Schichten aus älterem, devonischem Ton- und Schiefergestein. Die Basaltschicht weist eine Mächtigkeit von etwa 10 bis maximal 30 Metern auf. Da die Lava vor der Erstarrung nicht vollständig entgaste, ist das Gestein sehr porös (bis zu 25 Prozent Blasenvolumen).

Kran

Da die Deckschicht im Mayener Grubenfeld an einigen Stellen im Lauf der Zeit durch Erosion soweit abgetragen worden war, dass das Basaltgestein offen zu Tage trat, waren die Vorkommen bei Mayen bereits in vorgeschichtlicher Zeit bekannt. Nachdem aufgefallen war, dass sich der Mayener Basalt aufgrund seiner Härte und Porosität hervorragend zum Zerreiben von Getreide eignete, entwickelte sich bereits in der Frühzeit eine regelmäßige Nutzung des Gesteins, insbesondere zur Herstellung von Reibsteinen.

Besuch bei den Fledermäusen

Die frostsicheren und feuchten Höhlen des Mayener Grubenfeldes dienen mindestens 14 Arten von Fledermäusen als Winterquartier und zwei weiteren als Schwarmquartier. Viele dieser Arten stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Nach Zählungen und Schätzungen des rheinland-pfälzischen Arbeitskreis Fledermausschutz und des NABU nutzen bis zu 50.000 Fledermäuse die Mayener Höhlen als Quartier. Da die Zählung sehr schwierig und die „Dunkelziffer“ sehr hoch ist, könnte die Zahl auch bis zu 100.000 betragen. In der Zeit des Schwärmens, im Spätsommer und Herbst, kommen die Tiere aus bis zu 300 km Umkreis zusammen. Gemeinsam mit dem nahe gelegenen, ebenfalls aus dem untertägigen Basaltabbau entstandenen Höhlensystem bei Niedermendig ist das Mayener Grubenfeld das wohl wichtigste Überwinterungsquartier für Fledermäuse in Deutschland und nach Einstufung von EUROBATS eines der bedeutendsten Fledermausquartiere Mitteleuropas.

Schon länger außer Betrieb

Die Römer fertigten aus Mayener Basalt Mühlsteine verschiedenster Art und Größe, von „Legionärsmühlen“, kleinen Handmühlen, die die römische Armee für die tägliche Verpflegung mit auf ihre Kriegszüge mitnahmen, bis hin zu großen Göpelmühlen mit der für Römer typischen Sanduhr-Form, die von mehreren Menschen oder Tieren gedreht werden mussten.
Die im Mayener Steinbruch gewonnenen Werksteine und Mühlstein-Rohlinge wurden vom römischen Rheinhafen in Andernach in alle Teile des Römischen Reiches verschifft. So gelangten die Mayener Steine über den Rhein zum Neckar, an den Oberrhein und zur Donau, aber auch in weit entfernte Provinzen des Römischen Reiches, wie etwa nach Britannien und sogar in den Mittelmeerraum. Mühlsteine aus Mayen wurden beispielsweise in den Ruinen der römischen Siedlung Volubilis im nördlichen Marokko gefunden.

Um auch das tieferliegende Gestein gewinnen zu können, ohne das etwa 10 Meter mächtige Deckgebirge abtragen zu müssen, ging man ab dem späten Mittelalter (ab ca. 1400 n. Chr.) vermehrt zum Abbau unter Tage über.

Ausstellungsstücke Lapidea

Zwischen 1985 und 2006 veranstaltete der Verein Förderkreis Natursteine Mayen, aus dem später die Lapidea Stiftung für Kunst und Kultur hervorging, alle drei Jahre in Mayen das mehrwöchige Symposion Lapidea für Steinmetze und Steinbildhauer aus aller Welt.

Lapidea

Im Rahmen dieser Symposien entstand eine große Anzahl von Skulpturen aus Mayener Basalt und anderen vulkanischen Materialien der Region. Der Großteil davon war oder ist bis heute im Bereich des Grubenfeldes für Besucher und Kaufinteressenten ausgestellt und kostenlos zu besichtigen. Ein Teil der Werke ist inzwischen verkauft und wurde abtransportiert.

Und wie es sich gehört, findet sich hier auch eine Motorradskulptur

Mit einem letzten Blick auf eine Motorradskulptur beenden wir den sehr interessanten Besuch.

Ich würde jetzt nicht wirklich im Hochsommer die Anreise mit dem Motorrad und somit der entsprechenden Schutzbekleidung empfehlen. Das Grubenfeld ist sehr weitläufig und Schwitzen ist äußerst wahrscheinlich. Aber ein Besuch lohnt auf jeden Fall…26

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