Eifel Motorrad Wegpunkt: Bundesbank-Bunker Cochem

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Impressionen
... und neben dem Bunker wächst der gute Rotwein von Bad Neuenahr-Ahrweiler (Foto: www.thomashendele.de)

Vor einiger Zeit hatte ich Euch eine Tour vorgestellt, die mich über die Eifel und Mosel in den Hunsrück und zurück brachte. Auf dem Rückweg bin ich durch Cochem an der Mosel gefahren. Genau gegenüber auf der anderen Moselseite im Ortsteil Cond (fürs Navi: Am Wald 35 / 56812 Cochem-Cond) befindet sich – leicht „versteckt“ – der ehemalige Bundesbank-Bunker Cochem, der inzwischen im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann.

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Logo des Bundesbank-Bunkers in Cochem

Der Bundesbankbunker Cochem war ein Bunker der Deutschen Bundesbank in Cochem (Rheinland-Pfalz) zur Aufbewahrung einer Notstandswährung. Von 1964 bis 1988 wurden in der streng geheimen Anlage bis zu 15 Milliarden Mark gelagert, die Deutschland im Falle einer Hyperinflation, verursacht durch den Kalten Krieg, vor einer nationalen Wirtschaftskrise bewahren sollten (Quelle).

Durchgang im Bunker

Durchgang im Bunker

In den Jahren des Kalten Krieges bestand immer die Gefahr, dass ein Konflikt zwischen dem Westen (NATO) und dem Ostblock (Warschauer Pakt) ausbrechen könnte. Gerade die Bundesrepublik Deutschland war durch ihre Lage als Grenzstaat zwischen beiden Blöcken gefährdet. Aus diesem Grund wurden in der Bundesrepublik diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wie der ebenfalls zu dieser Zeit gebaute Regierungsbunker bei Ahrweiler (Quelle).

Schalttafel

Schalttafel

Unter anderem befürchtete man eine massive Geldentwertung durch große Mengen Falschgeld, welche vom Ostblock in der Bundesrepublik Deutschland in Verkehr gebracht werden sollten.[2] Mit einer vorgehaltenen Notwährung sollte in diesem Fall die Kaufkraft aufrechterhalten werden. Dazu wurde eigens eine eigene Serie der Deutschen Mark, die BBk II, gedruckt. Der Geldbestand wurde alle drei Monate von einem Prüfer der Bundesbank stichprobenartig kontrolliert. Außer diesen Prüfern durfte niemand den Bunker betreten (Quelle).

Der Tresor

Der Tresor

Seit März 2016 steht der Bundesbank-Bunker Cochem auch Einzelpersonen für geführte Besichtigungen offen, ein Pendelbus fährt ab dem Endertplatz in Cochem zum Bunker. Die ehemaligen Tarnwohnhäuser wurden zu einem Hotel umgebaut (Quelle).

Lüftungsschacht

Lüftungsschacht

Die Standortwahl fiel bewusst auf Cochem, da das Moseltal einen sehr guten Schutz beispielsweise vor einer atomaren Druckwelle bietet (Quelle).

Schließfachraum in der Zeit danach

Schließfachraum in der Zeit danach

Der Bunker hätte im Falle eines Atomkrieges auch 175 Personen Schutz geboten, die hier zwei Wochen hätten überleben können. Es gab neben den Tresorräumen auch Schlaf- und Arbeitsräume sowie einen Funkraum mit einer direkten Verbindung zum Innenministerium. Die Anlage besaß eine eigene Elektrizitätsversorgung per Dieselgeneratoren und 75.000 Liter Treibstoffreserve, die Trinkwasserversorgung war mittels Tiefbrunnen gesichert. Die Versorgung mit Atemluft war über einen Sandfilter gewährleistet (Quelle).

Die Führung dauert etwa eine Stunde.

Internetpräsenz des Bundesbank-Bunkers Cochem: hier

3 Kommentare

  1. Das mit der Notwährung höre ich gerade zum ersten Mal, macht aber irgendwie Sinn. Wieder was gelernt! 🙂 Habe mir gerade mal den Wikipedia Artikel durchgelesen. Da steht, dass ein automatischer Alarm an die Polizei geschickt werden konnte, die Polizei aber nicht wusste wo sich die Anlage befindet. Das ist natürlich auch irgendwie witzig. Grüße

  2. Hallo Andi,
    Wikipedia weiß nicht alles so genau: der Alarm ging an die Polizei Cochem und die Beamten standen dann vor der Türe des offiziellen Schulungs- und Erholungswohnheims in der Brauselaystrasse 5-7. Zuweilen wurde sogar der Zugangsstollen ab da begangen, aber vor dem Haupttresor war definitiv Schluss. Daher wussten auch diese Beamten nicht, was es dort zu schützen gab. Natürlich ahnte man, dass es etwas sehr Wichtiges sein musste. Die Cochemer nannten daher den Bunker Fort-Knox, weil man Goldreserven darin vermutete.
    Wenn ihr mehr wissen wollt: wir bieten täglich 5 Führungen an von 11-15 Uhr. Danke an Mungo für seine nette Empfehlung.

    • "Mungo" sagt

      Gerne.
      Die Führung hat sehr gefallen und daher kann ich sie besten Wissens empfehlen!

      LG: Mungo

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