Eifel Motorradtour: Anfahrt 2017 zum Nürburgring

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Osteifel
Burg Innenhof (Foto: www.thomashendele.de)

Mitte März hatten wir endlich und tatsächlich die Gelegenheit, die Saison 2017 zu starten. Und da wir meistens die erste Tour und auch die letzte Tour im Jahr an den Nürburgring machen, stand das Ziel für diesen Tag natürlich fest.

Um mich wieder auf „Stand“ zu bringen und auch zu schauen, ob das Motorrad tatsächlich fit ist, fahre ich persönlich bei der „Anfahrt“ eher weniger kurvenreich durch die Gegend.

Unterwegs im Ahrtal

So geht es zunächst durch das Ahrtal von Bad Neuenahr aus über Dernau nach Mayschoß.

Burgruine Saffenburg bei Mayschoß

Burgruine Saffenburg bei Mayschoß

Wir fahren unterhalb der Burgruine Saffenburg im Ahrtal entlang.

Die Burgruine befindet sich auf einem langgestreckten Felsmassiv, das an drei Seiten von der Ahr umspült wird. Die Anlage hat eine Länge von 260 Meter und eine Breite von 80 Meter an der breitesten Stelle. Die Burg bestand aus zwei Vorburgen und der Kernburg, die untereinander durch tiefe Halsgräben getrennt waren. Das Ausbruchmaterial der Halsgräben wurde als Baumaterial verwendet.
Heutzutage sind nur noch Grundmauern, die scheinbar nahtlos in den Felsen übergehen, von der Burg erhalten. An einigen Stellen zeigen noch Böschungen an, wo früher einmal eine Mauer verlief. 2004 begann eine grundlegende Sanierung der mehr und mehr verfallenden Grundmauern. Seit 2007 ist die Burgruine wieder öffentlich begehbar.

Die Burg wurde im 11. Jahrhundert erbaut, 1632 von den Schweden belagert und letztlich im Dezember des gleichen Jahres von diesen gestürmt und eingenommen. Einen Monat später wurde die Burg wieder von spanischen und kurkölnischen Truppen belagert. Letztlich kapitulierten die Schweden wiederum einen Monat später und zogen ab (Quelle).

Burgruine Are bei Altenahr

Burgruine Are bei Altenahr

Wir fahren nun auf Altenahr zu und sehen rechts oberhalb von uns die Burgruine Are auftauchen.

Die Burg wurde um 1100 gebaut. 1689 bis 1690 wurde die Burg von französichen Truppen belagert und anschließend erobert. 1697 zogen die Franzosen wieder ab, um 1701 erneut die Burg zu besetzen. 1714 wurden die Mauern gesprengt (Quellen: hier und hier).

Burg Kreuzberg in Kreuzberg

Burg Kreuzberg in Kreuzberg

Die weitere Fahrt soll uns nun nach Adenau führen. So kommen wir Ortsausgang Altenahr in Sichtweite der Burg Kreuzberg.

Auch diese Burg wurde um 1100 erbaut und – genau – 1686 durch französische Truppen zerstört. 1760 wurde der Wohnbau der Burg neu erbaut. Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Kellerräume der Burg der örtlichen Bevölkerung als Luftschutzkeller. Die Anlage selbst überstand die Wirren des Krieges unzerstört. In den 1950er Jahren errichteten die Eigentümer einen kurzen Verbindungstrakt zwischen Wohnbau und Bergfried, um den Turm zu Wohnzwecken nutzen zu können. Seit 1820 ist die Burg Wohnsitz der Familie von Boeselager und damit die einzige bewohnte Burg im Ahrtal. Der Privatbesitz ist − mit Ausnahme der Burgkapelle − nicht für die Öffentlichkeit zugänglich (Quelle).

Blick auf Brück

Blick auf Brück – Blick von der Kapelle oberhalb (im Herbst letzten Jahres) von einer Wanderung dort

Es geht nun vorbei an Brück, Hönningen und Adenau. Und wer hier öfter bei den Touren nachliest, wird feststellen, dass ich gerne über Quiddelbach zum Ring fahre. Ein paar schöne langgestreckte Kurven…

Zwischen Adenau und Quiddelbach

Zwischen Adenau und Quiddelbach

Nun ist es nicht mehr weit und wir erreichen den Nürburgring „himself“.

Nordschleife Nürburgring

Nordschleife Nürburgring

Weiter geht es in Richtung „Brünnchen“, welches allerdings an diesem Tag mit Horden von Autofahrern belegt ist, die den Touristenfahrern zuschauen. So entscheiden wir spontan, weiter zu fahren und setzen die Tour in Richtung Kempenich fort. Unser nächstes Ziel wird die Endhaltestelle / der Bahnhof in Engeln.

Engeln

Engeln

Wir haben allerdings „Pech“. Auf unsere obligatorische „Wildwurst“ müssen wir verzichten. Zwar ist eine größere Veranstaltung im Ort, die Lokalität hat jedoch geschlossen.

Endhaltestelle des Vulkan-Express in Engeln

Endhaltestelle des Vulkan-Express in Engeln

So vertreten wir uns ein wenig die Beine im direkt daneben liegenden GeoPark.

Geo-Park

Geo-Park

Hier ist gut abgeholzt worden. So habe ich diese Örtlichkeit noch nie gesehen.

2017_03_12_Anfahren_a8

Nähe Niederzissen: das Rodder Maar

Wir fahren weiter über Brenk nach Niederzissen und wählen die Strecke vorbei am Rodder Maar.

Das Rodder Maar

Das Rodder Maar

Vor rund 100.000 Jahren entstand ein trichterförmiger Kessel, der sich nach und nach mit einer bis zu 15 Meter dicken Tonschicht füllte und damit wasserundurchlässig wurde. Ob das Maar vulkanischen Ursprungs ist, ist ebenso wenig bewiesen wie die Behauptung, das Maar habe seinen Ursprung einem Meteoriteneinschlag zu verdanken.

Jahrhunderte lang wurde das Maar bis etwa 1800 von der Herrschaft auf Burg Olbrück als Fischteich genutzt. In der darauffolgenden Zeit ist das Maar immer wieder entwässert und urbar gemacht worden, um Feldfrüchte anzubauen. Besonders in Notzeiten wie dem Ersten und Zweiten Weltkrieg legte man das Maar trocken, um Weideland zu gewinnen. Gegen 1960 hat man im Maar wasserziehende Fichten angepflanzt und so das trocken gelegte Maar aufgeforstet. Doch mit zunehmendem Wachstum und Kronenschluss der Fichten wurde der Boden beschattet und durch Rohhumusbildung versauert. Die seltenen Pflanzen- und Tierarten, die dort vor der Trockenlegung heimisch waren, gingen nach und nach zurück. Deshalb beschloss man, das Maar wieder zu renaturieren.
Nach einem sehr feuchten Herbst und Winter 1999 hat sich das Maar wieder erholt und bietet heute eine Wasserfläche von fünf bis sechs Hektar Größe. Viele der seltenen Feuchtland gebundenen Pflanzen und Tiere haben sich wieder angesiedelt (Quelle).

An der Fahrstrecke befindet sich ein unbefestigter Parkplatz, von wo aus das Maar fußläufig erreicht werden kann.
Im Sommer und in kompletter Ausrüstung könnte man ins Schwitzen kommen.

Über Königsfeld und Sinzig setzen wir die Fahrt nach Remagen fort.

Der Track, die Übersichtskarte zu dieser Tour etc. finden sich wie immer bei Outdooractive wieder.

 

2 Kommentare

  1. Klaus Evertz sagt

    Gibt’s eure so nett beschriebenen Touren auch als GPX ?
    Gruß K. E.

    • Eifel Motorrad sagt

      Lieber Klaus, zu den Touren, die es als Download gibt, findest du den Link immer jeweils am Ende des Artikels. Viel Spaß beim Nachfahren!

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