Eifel Motorradtour Bad Münstereifel – Fliegende Golfbälle und Radioteleskope

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Osteifel
Eifelidylle im Denntal (Foto: www.thomashendele.de)

Zum Radioteleskop Effelsberg …

Viele von Euch dürften wahrscheinlich schon das – auf der Erde zweitgrößte bewegliche – Radioteleskop Effelsberg angefahren haben. Der heutige Ausflugstipp führt Euch in die Nähe und beinhaltet den Besuch eines weiteren Radioteleskops.

Radioteleskop Effelsberg

Radioteleskop Effelsberg

Auf den Spuren der Römer …

Doch zunächst führt uns der Weg nach Iversheim, einem 870 erstmals urkundlich erwähnten Ort im Kreis Euskirchen, der ein Stadtteil von Bad Münstereifel ist. Während unserer Route nähern wir uns aus Richtung Euskirchen kommend und in Richtung Bad Münstereifel fahrend. „Plötzlich“ taucht ein Schild kurz vor Iversheim am rechten Straßenrand der B51 auf: Römische Kalkbrennerei 800 Meter rechts.

800 Meter sind eine gute Entfernung zum „kurzfristigen“ Entscheiden. Bei mir. KenntIhr das? Eure Sozia teilt Euch mit, dass man doch am nächsten Café / der nächsten Imbissbude etc. eine Rast einlegen könnte. Fieberhaft huscht nun der Blick von links nach rechts und wieder zurück. Wo könnte man… Und dann sieht man eine solche Örtlichkeit… an sich vorbeiziehen.
Irgendwie in Zeitlupe fließt sie links oder rechts an einem vorbei. Der Kopf zieht mit. Mindestens 500 Meter später stellt man dann fest: da… ja daaaaa hätte man… Insofern sind 800 Meter Vorankündigung schon gut 😉

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So fahren wir vorsichtig über den offenen Bahnübergang und ein paar wenige Meter weiter zu den wenigen – minimal schrägen – Stellflächen vor der Römischen Kalkbrennerei selbst.

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Aktuell ist die Kalkbrennerei für die Öffentlichkeit von Mai bis Oktober jeden Samstag von 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Nach Entrichten des derzeitigen Eintrittspreises von nur 2,- € pro Erwachsenen, betreten wir das Museum und werden freundlich empfangen.

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Wir können uns ungezwungen umschauen und bekommen sogar einen kurzen Film geboten. Das Museum wird vom Dorf- und Verschönerungsverein Iversheim betreut. Insofern kommt der geringe Eintrittspreis auch der Erhaltung dieser Örtlichkeit zu Gute.

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Die Kalkbrennerei wurde beim Verlegen einer Wasserleitung entdeckt und ausgegraben. In einer Werkhalle von 30 Meter Länge waren nebeneinander insgesamt sechs Kalkbrennöfen mit einem Durchmesser von jeweils etwa drei Meter untergebracht.

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Heute befindet sich über einem Teil der Anlage ein Schutzbau, in dem drei der Öfen besichtigt werden können. Die Ausstellung im Schutzbau zeigt den Grabungsbefund, die Öfen wurden nicht restauriert. Der für den Brennversuch restaurierte Ofen außerhalb des Schutzbaus ist frei zugänglich. Die beiden weiteren Öfen wurden nach der Bestandsaufnahme wieder zugeschüttet. Die sechs Brennöfen befanden sich ursprünglich unter einem von Stützen getragenen Hallendach von etwa 30 Meter Länge. Eine Mauer teilte die Halle in zwei Arbeitsbereiche von je drei Öfen. Die Halle stand an einem Hang am Rande des Erfttales. Der Steinbruch lag oberhalb der Brennerei, was den Arbeitsablauf vereinfachte.

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Nach der Ausgrabung wurde einer der Öfen repariert und rekonstruiert, um einen Brennversuch durchzuführen. Der Brennversuch war erfolgreich und bestätigte die Theorien über die Art der Feuerung und der Beschickung (Quelle).

Weiter in Richtung Golfplatz …

Nach dem Besuch fahren wir weiter in Richtung Bad Münstereifel, fahren hierbei an der Stadtmauer oberhalb vorbei, um anschließend am Kreisel Ortsende rechts nach Nöthen abzubiegen. Wir fahren ein gutes Stück auf der L165, passieren den Ort Nöthen, die Nöthener Mühle und biegen im Ort Holzheim zum Ort Weiler am Berge ab. Im letztgenannten Ort biegen wir rechts ab in Richtung der Ortschaft Eschweiler.

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Kurz vor Erreichen fahren wir rechts den schmalen asphaltierten Weg (gleichzeitig Sackgasse) hinauf, bis wir auf das Gelände des Astropeilers Stockert fahren. Gut, dass wir einen Helm anhaben. So hinterlassen eventuelle Golfbälle des großen Golfplatzes nicht mehr bleibende Schäden, als sie eh schon vorhanden sind. 😉
Die Straße wird etwas schlechter, so dass wir sie angepasst bis zum Gelände des Astropeilers und dort auch bis fast an selbigen fahren.

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Astropeiler Stockert …

Der Astropeiler ist ein Radioteleskop auf dem Berg Stockert in der Eifel. Auf dem Stockert wurde 1955 bis 1956 mit dem Astropeiler Stockert Deutschlands erstes Radioteleskop errichtet. Der Teleskopspiegel hat 25 m Durchmesser und wiegt 90 Tonnen.

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Bis 1993 nutzten die Universität Bonn und das Max-Planck-Institut für Radioastronomie die Anlage, ab 1979 nicht mehr zu wissenschaftlichen Zwecken, sondern zur Ausbildung von Studenten. Seit 1999 steht die Anlage als Industriedenkmal unter Denkmalschutz. Eigentümer ist seit 2005 die NRW-Stiftung. Der Förderverein hat die Technik modernisiert und das Gebäude für interessierte Besucher geöffnet (Quelle).

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Laut Hinweis auf der Website wird von Mai bis Oktober jeden Sonntag um 14.00 Uhr eine Führung durch die Anlagen angeboten.

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Wir fahren die Sackgasse zurück nach Eschweiler und von dort aus wieder in Richtung Iversheim, wo die Fahrt nach eigenen Wünschen weiter gestaltet werden kann.

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Hier geht es zur Übersichtskarte, dem Track zum runterladen und vieles mehr bei Outdooractive ›

[Fotos: www.thomashendele.de (Beitragsbild), www.cats-dogs-and-more.com]

10 Kommentare

  1. Tiemo sagt

    Toller Ausflugstipp, Danke dafür.Auch auf der Strasse von Birresborn nach Rom gibt es direkt neben der Strasse einen Kalkbrennofen mitten im Wald den man besichtigen kann. Tafeln erklären wie er funktioniert.

    • "Mungo" sagt

      Der war mir nicht bekannt. Dann werde ich den im Rahmen einer Ausfahrt zu den Eishöhlen in Birresborn aufsuchen und bei Dir Essen kommen. LG Mungo

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